Dies und Das

ACHTUNG
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Blog satirische Inhalte enthält.

Halloween is over

Vollbepackt mit Süßigkeiten stürmen die Kinder das Haus. Süßes oder Saures – die Antwort ist wohl klar…

In der Schule entspann sich wieder die Diskussion um den Wert eines Feiertages zugunsten der klassischen Borniertheit und in aller elegischen Schwere der Werte des Abendlandes.

Da wollte man unserem Sohn doch wahrhaftig erzählen Halloween sei eine Erfindung der Amerikaner.

Okay in der heutigen Ausprägung ganz sicher, aber was sollte ein Religionspädagoge in heutiger Zeit, lebend in einer Gemeinschaft mannigfaltiger Religionsausprägungen, seien hier nur einige klassische und manche Neue genannt: Christentum, Islam, Hinduismus, Judentum, Scientologen, Veganer, etc., nicht in der Lage sein die Bedeutung eines Festes aus seinen Wurzeln bis heute zu erkennen und zzu vermitteln?

Ich bin ein echter Laie und obendrein eher Heide denn Christ, aber sogar ich habe die Feste der Winter- und Sommersonnenwende in der Schulzeit behandelt.

Samhain war wohl die Wurzel, das Fest des Tages an dem das Vieh wieder in die Ställe zog, das Ende des Sommers, der Anfang der schweren Zeit. Die Erinnerung an die Toten, die Not kommt, vielleicht kann man aber auch abwenden was da an Schlechtem oder auch nur Schwerem vor der Tür steht. Und deshalb die Rübe vor der Tür, die Fratze am Fenster, die Feuer die brennen müssen. Haltet fern, aber seit respektvoll. Das Morgen im gestern finden.

Alte Feste werden gerne von neuer Religion überschrieben, weil der Zauber der Ihnen innewohnt hilfreich ist, jeder neue Herr muß das Alte reformieren, wer zerstört erreicht die Herzen nicht. So ließ man Ihnen das Datum, erneuerte die Riten, aber zerstörte sie nicht zur Gänze, bis die Zeit die Kanten abschliff und kaum einer sich noch des Ursprungs erinnerte.

Die Mexikaner feiern Ihr Dia de los muertos von ganzem Herzen, die Amerikaner haben wie aus allem ein Geschäft gemacht, wir feiern Allerseelen und Allerheiligen und bringen unseren Ahnen kleine Geschenke in Form von Gestecken, Kerzen und Gebeten an die Gräber, Gedenken der Vergangenen, erinnern die Geschichten derer die vor uns waren.

Martin Luther und seine Reformation kam soviel später und hat mit den Geheimnissen dieses Tages so garnichts zu tun. Das soll weder ihn, noch die Auswirkung auf das Christentum schmälern, aber die Kanten schleifen sich nicht nach dem Willen einer Religionspädagogin ab, Altes überlebt weil es aus uns kommt.

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Küchengespräche

Die Küche kocht, es brodelt und zischt. Kocht über!

Wir denken über die neue (haha) Sammlungsbewegung nach… initiert von Sarah und Oskar, dem alten Verräter.

Wo wären die Sozis heute, hätte er nicht beleidigt gekniffen! Aber wem es in der Küche zu heiß ist, der muß wohl raus, und weg, und wohin?

Und was wollen die 2 denn sammeln? Die Scherben auf?

Nix gegen Lach- oder Nullnummern, die Regierung, die wir uns gewählt haben strotzt nur so davon und mal ehrlich, wer will sich die Namen und Ämter noch merken? Will ich Selbstdarstellungszirkus kann ich mir jede beliebige Person rauspicken und lande oft auf Niveaustufen die sich unterirdisch stapeln.

Als ginge es nur noch darum so oft und schrill wie möglich in einer bekannten Gazette zu landen.

Dabei geht es doch um zukünftiges Erbe! Wielange soll „Mutti“ es denn noch machen?

Und jetzt diese wundervolle Idee von den Sperrspitzen ( das soll so geschrieben sein) der Linken.

Die heißen schon so… wie die Sammlungsbewegung…

Wo wollen die denn hin? Und mit wem? Also mit mir nicht, echt jetzt? Bürgerbewegungen heißen so weil sich Bürger innerhalb eines Systems wehren gegen alles Mögliche: AKWs, Flughäfen und einzelne Startbahnen, eben Dinge die in Irgendjemandes Vorgarten stattfinden und deshalb aufgehalten werden müssen, von den Vorgartenbesitzern. weil es den anderen schnurz ist.

Gießt man das in die Parteiform landet man bei den Grünen, die, Ihrer Fundis entledigt, jede Protestbewegung, die auch nur im Ansatz mit Umwelt, Bioindustrie und den dafür nötigen Bedingungen zu tun hat, vereinnahmt, um sie anschließend zu braten auf dem Grill des politisch Machbaren. Und da die weder rechts, noch links sind, machen da auch welche bei der Sammlungsbewegung mit.

Unser Sohn fragt gerade ob die Pfandflaschen sammeln? Da könnten die sich ja selbst sammeln, perfekt! Lassen wir das Pfand mal weg. Flaschen.

Was wir brauchen ist keine außerparlamentarische Opposition! Hatten wir schon. Bedeutungslos, Randnotiz der Geschichte.

Ihr sitzt im Parlament, Ihr wurdet gewählt. Ihr habt Versprechen abgegeben. Hört einfach auf sie zu brechen! Werdet mal tätig!

Das richtet sich übrigens nicht nur an die 2, sondern an alle die da hocken. Redet Euch doch mal die Köpfe heiß! und bitte Ihr selbst und nicht Eure Lobbyisten und Ghostwriter und zukünftigen Arbeitgeber. Man hat Euch gewählt, Ihr seid Eurem Gewissen verpflichtet, Ihr habt aufs Grundgesetz geschworen. Ihr seid kein Nähkränzchen und keine kaffeeschlürfenden Hobbydebattanden in einer Küche.

Mehr Kaffee!

 

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Bauern

Ich möchte vorausschicken, das mein Verhältnis zur Bauernschaft geprägt ist durch die Erzählungen meiner Großeltern und Eltern, die , geflüchtet unter Beschuß in Angst um Leib und Leben, nur mit dem Nötigsten im Handwagen und den Kindern an der Hand in Niedersachsen ankamen, verteilt wurden in ein kleines Dorf (wo meine Eltern sich später lieben- aber viel früher kennenlernten). Keiner von ihnen hatte Verwandte hier und weiterreisen ließ man sie nicht. Die folgenden Jahre waren geprägt von einer durch Geringschätzung des verlausten Packs das man Ihnen zumutete und daraus resultierender Behandlung der zwangsweise Zugeteilten. Da war kein Zusammenrücken und hätte mein Opa die heutigen Bemühungen , oder allein den Begriff der Willkommenskultur noch miterleben dürfen hätte er sich sehr gefreut. Er war ein rechtschaffender Mann. Alle haben gearbeitet. Bei den Bauern.

Prägung ist etwas furchtbar schwer Abzulegendes. Hinzu kommt, das mich in der 7 Klasse Gymnasium der Dünkel der Großbauern in Gestalt einer Bauerstochter zur Unwerten einer höheren Ausbildung machte. Arbeiterkinder hätten dort nichts zu suchen. Sie kam nur dank der schnellen Reaktion eines engagierten Pädagogen um eine echt proletarische Abreibung herum. Schlimm ist das man in den 80 ern viel tat um die Ungleichheit der Chancen zu minimieren, aber in manchen Köpfen bliebt man immer unter sich. Eigentlich müssten der Dame die heutigen Verhältnisse gefallen. Sehr.

Also was will ich nach dieser langen und vielleicht unnützen Einleitung schreiben? Ich bin ja sowas von voreingenommen!

Die Dürre

Menetekel der kleinen wie großen Agrarunternehmer. Ernteausfälle, mindere Qualität, Mangel.

Die Produktion unserer Nahrungsmittelgrundlagen vor Ort ist ausgetrocknet.

Hilfen werden eingefordert, in Millionen wird der Verlust vorgetragen. der ausgeglichen werden muß, da sonst Existenzen auf dem Spiel stehen und die Volksernährung.

Wirklich? Und woher kommt dieses selbstverständlich eingeforderte Recht auf Hilfe?

Würde Deutschland verhungern? In unserer globalen Wirtschaft ist das eher unwahrscheinlich. Und beinhaltet unsere zugegebenermaßen reichlich gruselige Struktur des freien Unternehmertums nicht auch das unternehmerische Risiko?

Klar würde ich dumm gucken, wenn die Butter, das Brot und all die vielen nicht nur Lebens-mittel in denen sich landwirtschaftliche Produkte befinden nicht mehr in 10er Reihen in den Supermärkten zu finden wären, oder ein verzweifelter Landwirt seine Viecher freiließe, damit sie sich in der Nachbarschaft der pendelnden Zugezogenen etwas zu fressen suchen könnten.

Profitoptimierte Abläufe haben uns Riesenmastställe, Güllebecken in Seegröße, Unkrautvernichtungsmittel mit undenkbaren Nebenwirkungen, daher unbedenklich, beschert, gentechnisch veränderte Saaten killen die Häschen und Rehlein auf dem Felde. Und all dies unter dem Deckmäntelchen der Landschaftspflege.

Nicht das ich den Wert der Arbeit geringschätze und die Verlustängste nicht verstünde. Hartz IV hat dafür gesorgt, das jeder Arbeitnehmer diese sehr gut kennt. Du kannst alles verlieren übers Jahr. Und erst wenn alles aufgebraucht wurde, all die Mühe verzehrt ist, die man vielleicht in den Bau oder eine Versicherung fürs Alter gesteckt hat, hilft Dir die Solidargemeinschaft. Und Ihre Hilfe, also unsere Hilfe, wurde geknüpft an verwaltungstechnische Vorgänge, die mit Menschenwürde sowenig zu tun haben das man sich schon schämen kann.

Im gleichen Umzu sind die Milliardenhilfen für industrielle Verbände so dermaßen daneben das mir schlicht die Worte fehlen. Nur eine kleine Aufzählung: Bankenhilfe, Gesetzgebung, die verhindert das der Verbraucher sich wehren kann, siehe Dieselabgasskandal und all die anderen Hebel die fest in den Händen der Lobbyisten unsere Politik steuern.

Und jetzt die Agrarlobby.

Wird sie dafür sorgen das jeder der Hilfe braucht diese auch erhält,oder wird der Staat mit der Gießkanne dafür sorgen das es überall wieder sprießt und grünt? Werden wir Bürger, um deren Geld es ja schlußendlich geht, Rückzahlung, Dankbarkeit oder vergünstigte Produkte erwarten dürfen, als Goodie fürs foundraising?

In einer idealen Welt wäre die Lösung das jeder gleichwertig betrachtet seinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Hilfe wäre allenthalben. Systemimmanent.

In unserer Welt fressen die Großen die Kleinen. Unersättlich. Also wird wohl kaum ein Kleinbauer vergünstigte Kredite, Bürgschaften oder Subventionen einstreichen, stattdessen werden die größeren Nachbarn die kleinen Flächen Ihren Latifundien zuschlagen und Städter mal wieder einen Resthof restaurieren.

Es geht nicht darum den Bauern zu helfen, es geht darum Gewinneinbrüche börsennotierter Konzerne zu vermeiden, deren Einbindung in eine solidarische Gemeinschaft schlicht ins Reich der Märchen gehört.

Es tut mir wirklich leid für ernsthaft arbeitende Menschen, dazu gehören sicher auch viele bäuerliche Betriebe, die den äußeren Umständen geschuldet in Schieflage geraten. Aber fußend auf die grundgesetzlich verankerte Gleichheit aller hier lebenden und arbeitenden und lernenden Menschen. Keiner ist durch seinen Stand gleicher als Andere. Aber offensichtlich kann man sich dazu machen. Orwell ist doch echt ein Klassiker.

Gehe jetzt lesen und beruhige mich wieder.

 

 

 

 

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Garten – Lichtblicke

Der Hartriegel, ein harter Brocken!

Dieser sehr wüchsige Busch, zugegebenermaßen mit hübschen Blüten, Früchten und Herbstfärbung, beherrschte 30 Quadratmeter unseres Gartens.

Unangefochten, weil alles einfach überwuchert wurde. Geschickterweise wächst er durch Absenker. Sowie also Bodenkontakt gegeben ist wächst aus jedem Ast eine neue Pflanze.  Absenker entwickeln keine starken Wurzeln, da sie ja das System der Mutterpflanze zur Nährstoffaufnahme meist noch weiternutzen können, aber die Astlänge unter der Erde ist oft so beträchtlich, das ein Ausgraben zwecklos erscheint. Aushungern bringt hier die Lösung, aber nur, wenn man am Ball bleibt: Alles Laub und junge Triebe sollten 3 bis 4 mal während einer Vegetationsperiode entfernt werde. Der Absenker verholzt und kann meist einfach ausgebrochen werden.  Ich habe letztes Frühjahr damit angefangen  und bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ganz rausschmeißen will ich den Busch nicht, aber aus dem Auge lassen kommt nicht mehr in Frage.

Unter dem Hartriegel fand ich übrigens einen uralten Kirschlorbeer, der eine kriechende Wuchsform entwickelt hatte und jetzt in die Höhe schießt, Myrrhe kriecht auf dem Boden und ein Rhododendron reckt seine wenigen Blätter in die Sonne.

Wäre echt stolz auf mich, wenn da nicht Nachbars Katze wäre, die mich nicht mehr mag, weil ich Ihr Jagd- und Rückzugsgebiet weggehackt habe. Sie saß stundenlang unter den weniger werdenden Ästen und fauchte mich jedesmal an, wenn ich mit meiner Schere in ihre Richtung schnitt. Vielleicht hab ich aber auch ein sehr persönliches stilles Örtchen seines Daches beraubt…

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Küchengespräche

Heute gibt es ein Rezept, denn zum Früstück gabs schon eine geschichtliche ( nun ja „fast“) Diskussion über Geschlechterrollen, angestoßen von der Debatte über gesellschaftliche Regeln und Ihre Auswüchse, die in der Frage nach Vaterschaft Jesus´gipfelte… Vielleicht nicht so bekömmlich.

Backen wir einen Ghast.

Grundteig rühren aus: 4 bis 5 Eiern, 2 Tassen Zucker (gerne den aus Zuckerrohr), 2 Tassen Dinkelmehl type 630 bis 1050 (oder was Ihr mögt, nur Vollkornmehl ist leider etwas zu schwer), 1 Tasse gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, 1 Tasse Sonnenblumenoel, 1 Tasse Mineralwasser, 1 halbes Päckchen Backpulver, 1 Prise Salz und 1 Fläschchen Backaroma Butter- Vanille.

Rechteckige Backform mit Backpapier auslegen und mit Teig füllen. Ab in den vorgeheizten Ofen bei 180° Umluft und ca 45 Minuten backen. Bitte schaut nach 30 Minuten öfter mal nach dem Backwerk, denn wie unterschiedlich Öfen sind braucht man wohl nicht mehr erwähnen, letztes Jahr wurden aus 2 Blechen Engeln rabenschwarze Gesellen.

Kuchen gut auskühlen lassen, in der Waagerechten teilen und quadratisch zurechtschneiden. Den Kuchenrest in längliche Streifen schneiden, beiseite stellen.

Die untere Kuchenplatte wenn erforderlich mit Liqeur (Orange, Marille, Heidelbeer) beträufeln, Heidelbeermarmelade aufstreichen, ich stehe auf die selbstgemachte von Frau Müller vom gleichnamigen Hof in Groß Süßstedt, wenn Ihr in der Nähe seid: während der ja gerade erst beginnenden Heidelbeersaison, unbedingt 2- 3 Gläschen besorgen!, die obere Kuchenplatte auflegen und leicht andrücken. Muß ich erwähnen, das auch jede andere Marmelade Eurer Wahl funktioniert? Ja und hab ich getan, manno!

Also, die obere Platte drauf und das ganze liebevoll mit Unmengen von mit Zitronensaft angerührtem Zuckerguß, oder Fondantdecke in Weiß bedecken. Gut trocknen lassen. Aus schwarzem und grauem ausgerolltem Fondant Augen und die Ghastträne ausstechen, eine Öffnung für den Mund ausstechen, wenn es klappt nur bis zur Marmeladenschicht, und diese mit den letzten Kirschen des Jahres, schnell aufgekocht in (ca. 1 Kilo Kirschen) 1/2 Liter Wasser, 2 Eßl. Zucker und gebunden mit 1 Päckchen Vanillepuddingpulver, füllen. Es darf ruhig etwas überquellen, soll ja eine Feuerkugel darstellen.

Den übrigen Kuchen (in Streifen geschnitten, s.o) in Zuckerguß baden und unten an den Kuchen kleben.

Guten Appetit!

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Küchengespräche

Eigentlich wollte ich nie an 2 aufeinander folgenden Tagen den Gleichen vorhaben, das wäre so aufgewärmt, also lassen wir das mal, sein Geburtstagsgeschenk zum 69 hatte er ja schon, auch wenn nach neuester Zählung Einer fehlt.

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Ein ganz normaler Tag

Das dachte ich froh gelaunt, als mich mein Weg zu dem nahegelegenen Laden führte, der es einem erlaubt sein Kind mit den nötigen Schulbüchern auszustatten. Die ellenlange Liste in der Tasche, darüber hinweg gekommen, das die grundlegende Bildung für den Spross monetär in das Steuer und Abgaben erschütterte Kontor schlägt erreichte ich den Parkplatzt.

Es war recht früh, Parkplätze kein Problem und der Laden hatte gerade eine halbe Stunde geöffnet, er war sozusagen gerade zum Leben erwacht.

Schnell waren die ersten Punkte der Liste abgearbeitet als ich feststellen musste, dass ich die Hilfe einer sachkundigen Person benötigte. Dunkle unheilvolle Wolken zogen auf – aus meiner Erfahrung mit dem deutschen Einzelhandel (an dieser Stelle muss ich dringend darauf hinweisen, dass dies natürlich nicht allgemeingültig ist) war mir schon seit längerem klar, dass der größte Störfaktor in einem Laden grundsätzlich der Kunde ist.

Mit dieser Erkenntnis wagte ich einen, wahrscheinlich zu zaghaften Schritt auf eine Dame zu, die gerade mit dem verstauen des Nachschubs beschäftigt war. Ungewohnt schnell bemerkte sie mich und ich nutzte den kurzen Blickkontakt mein Anliegen zu formulieren. Obgleich meine Formulierungen recht kurz und durchaus zielführend waren wurde ich mit einer kaum merklichen Handbewegung in den Stand by geschaltet und die Dame verschwand.

Hilflos zurückgelassen, wollte ich mich gerade den weiteren Punkten meiner Liste zuwenden, als eine schroffe unüberhörbare Aufforderung ihr die Liste zu überlassen in mein Bewusstsein drang.
Ich weiß bis heute nicht wie sie sich so schnell unbemerkt in meine Richtung bewegen konnte.
Froh über die angekündigte Hilfe übergab ich ihr die Liste, die sie eiligen Schrittes zu einem Kopierer transportierte. Meine Einwendung, dass die Liste aus zwei Seiten bestand wurde mit einer undefinierbaren Lautausgabe geflissentlich überhört.

Nach diesem hoch wichtigen Vorgang wurde ich zu dem Kassentresen geordert, wo sie mir die Liste vorlas und mich zu meinem Erstaunen fragte welche Punkte der Liste ich denn benötigte. Meine Antworten waren für Sie jedoch weniger von Belang und so versuchte ich kurz und knapp darauf hinzuweisen, dass die Kreise auf der Liste mein Begehr darstellen würde. ERFOLG, dachte ich, aber nun begann der Kampf um die zweite nicht kopierte Seite.

Nach einer gefühlten Ewigkeit waren die letzten offenen Punkte gedreht, verhandelt, geprüft, erneut gedreht und nun endlich geklärt.
Ich zückte mein, beim letzten Bank-Stopp gefüttertes Portemonnaie kam jedoch nicht zum Ziel. Mit einer bedeutungsvollen Geste wurde ich mit dem Hinweis auf eventuelle Preiserhöhungen an der Bezahlung gehindert und auf den Abholtermin in anderthalb Wochen hingewiesen.

Ich bedankte mich, wie ich es vor langer Zeit gelernt hatte und verließ den Laden mit stark angeschlagener Laune – halt ein ganz normaler Tag.

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Küchengespräche

Sehr geehrte Damen und Herren Politiker, Klerus jeder Couleur, Influencer und all Ihr wichtigen Leute aus Wirtschaft, Gesellschaft und underground…,

dieser blog wird in einer Küche geschrieben. Hier wird gekocht, gebacken und getrunken. Alles ganz simpel. Hier werden die Steuern generiert, die eigentlich dafür sorgen sollen das Wasser läuft, Gas strömt, Licht brennt und der Handel ein gutes Geschäft für uns macht.

Am Fenster fahren Autos vorbei, die auf steuerbezahlten Straßen Steuern bezahlen.

Hier werden Kinder erzogen um gute Steuerzahler, sprich Arbeitnehmer und – geber zu werden. Hier werden (Koch-)Bücher, Zeitungen und online  gelesen und Nachrichten getippt, Rezepte aus dem Netz gezogen und fake news geschreddert.

Wir sind in der Küche, dem besten Ort für Parties, dem ersten Kaffee des Tages- die ausgeruhten Köpfe denken sich hier Ihrs.

Hier habt Ihr Angeschriebenen Eure wechselnden Quartiere, oben und unten, rechts wie links. Jedes Wohlstandsrülpsen, jedes Sodbrennen mit der eigenen Wichtigkeit gesättigter Restaurantbesucher des Regierungsviertels und hipper Umgebung registiert. Solange hier ein Krümel Brot liegt bleibt Ihr das was Ihr seid: Nassauer. Steuern sind unser aller Geld und ihr veruntreut es. Täglich. Zu Kaffee und Kuchen.

Und hier werden Nachrichten nachgewürzt, Souflees um Ihre heiße Luft gebracht, kein Stammtisch der Welt kann besser sein als mein Küchentisch

Es wird aufgewärmt was Euch kalt läßt und hier wird bemerkt, wenn die Garnitur auf der Terrine ablenken soll von dem Junkfood das Ihr uns serviert.

Freut Euch, denn hier bleibt es friedlich, denn wem es in der Küche zu heiß wird, der verläßt sie.

Köche, Hausmänner und -frauen sind in erster Linie Logistikexperten, Timing ist alles und Grundzutaten stets greifbar um Köstliches zu schaffen.

Wenn hier etwas anbrennt wird die Schuldfrage sofort geklärt und der Topf geschrubbt, das Verdorbene entfernt oder von vorne angefangen – das Rezept erneut vorgenommen, geändert, angepasst, verbessert.

Oder einfach mit mehr Liebe und Obacht bedacht.

10. Juli

Abendessen lange vorbei- newsticker- da war doch was mit dem Heimatminister, das ist der, der denkt Heimat sei der Nabel der Welt.

Mit dem Nabel denken? Mein Lieber, das Ding verband Dich mit Deiner Mama, der ersten Versorgungsstation in Deinem Leben. Die Dich verband mit der Küche Deiner Heimat, bayerischer Küche denke ich, guter hoffe ich!

Und da wird jetzt mehr Zwang und Kontrolle gefordert!

Zwang? Ist denn die Nabelschnur Zwangsernährung?

Kontrolle? Seid wann, wo und vor allen Dingen warum blubbert es denn in Euren Töpfen ohne Aufsicht? Und das hier, im Mutterland des Kontrollzwangs, auch wenn das eher preussisch klingt…

Darauf einen Germknödel, nachts um 11, Diät war gestern. Diäten sind nur was für Minister.

Bin gespannt was ich morgen davon lese und höre.

Wen will er denn kontrollieren und wozu soll wer gezwungen werden?

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